Saturday 4. February 2012

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Pressekonferenz am 25. Februar 2007

"Heilsam in Bewegung kommen"

Zum zweiten Mal laden die katholische und die evangelische Kirche in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern österreichweit zum "Autofasten" ein. Weihbischof Franz Scharl bezeichnet die Aktion als eine moderne und sinnvolle Art des Fastens.

Die katholische und evangelische Kirche in Österreich rufen alle österreichischen Autofahrer auf, in der Fastenzeit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und verstärkt zu Fuß zu gehen, Rad zu fahren sowie auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

"Autofasten ist eine Einladung, das eigene Mobilitätsverhalten zu hinterfragen: Brauche ich immer und überall den PKW? Gibt es nicht andere Möglichkeiten zu entdecken, wie man von A nach B kommen könnte?", erklärt die Umweltbeaiftragte der Erzdiözese Wien, Evelyn Hödl, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 25. Jänner 2007.  Beim Autofasten könne jeder zur Reduktion der Schadstoffe beitragen und gleichzeitig sich selbst durch Entschleunigung und körperliche Bewegung etwas Gutes tun. 

"Sich persönlich für die Erhaltung der Schöpfung einsetzen"

  

Weihbischof Franz Scharl bezeichnet das "Autofasten" als eine moderne und sinnvolle Art des Fastens: "Es ist eine konkrete Chance, sich persönlich und aktiv für den Klimaschutz, für die Erhaltung der Schöpfung einzusetzen." Es gehe nicht darum, durch Konsumverzicht die Kreisläufe der Wirtschaft zu lähmen, sondern durch kritisches Verbraucherverhalten, konkret durch das Hinterfragen des eigenen Mobilitätsverhaltens, neue Akzente zu setzen, so der Wiener Weihbischof.

"Sparsames und verantwortliches Verhalten Einzelner kann zwar nicht allein das weltweite Problem von Energie und Umwelt lösen. Trotzdem möchte ich betonen, dass vom Verhalten eines jeden von uns Entscheidendes für die Zukunft der ganzen Menschheit auf unserer Erde abhängt", so Weihbischof Franz Scharl. Es freue ihn besonders, dass die Aktion "Autofasten" ökumenisch getragen werde. Die Verantwortung für die Umwelt und für die künftigen Generationen sei eine Kernaufgabe der Kirchen.

       

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Weihbischof Scharl: "Die Verantwortung für Umwelt und künftige Generationen ist eine der Kernaufgabe der Kirchen."

  

  

  

  

  

  

             

  

Für den Verkehrsplaner Hermann Knoflacher von der Technischen Universität Wien ist "Autofasten" "für christliche Religionen eine Chance, den Menschen zu helfen, nicht permanent gegen mindestens zwei wichtige Gebote zu verstoßen". Nämlich den anderen etwas wegzunehmen, wie etwa die Ruhe, die reine Luft, die Gesundheit und die Zukunft. Und: "Man soll die Menschen nicht töten, weder direkt noch indirekt. Wenn ich für meine Fortbewegung anderen Menschen die Lebenszeit verkürze, dadurch dass ich lärme, dass ich ihnen Giftstoffe in die Atemluft blase, die sie einatmen müssen - besonders die Kinder, dann schneide ich ihnen bereits in den ersten Jahren die Lebenszeit ab, die sie später im Alter brauchen werden", dramatisiert Knoflacher.

  

  

Zeit der Übung und neuer Erfahrungen

  

"Fasten ist nach christlichem Verständnis eine Zeit der Übung und neuer Erfahrungen.Geübt werden soll ein anderer Stil des Lebens. Erfahren wird dabei Befreiung, eine neue Sensibilität und der Mut, etwas im eigenem Leben zu verändern", betont der evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm: "Die Objekte des Loslassens sind heute nicht nur mehr Essen und Trinken, sondern vorrangig liebgewordene, eingefahrene Verhaltensweisen, die sich im Alltag eingespielt haben,  die aber nicht immer zwingend oder sinnvoll sind."

"Autofasten" versteht der evangelische Bischof als eine Einladung zu einem neuen Verhalten mit der Verheißung von neuen Erfahrungen.Wichtig beim Fasten sei die Solidarität mit den Menschen, die eben kein Auto haben, sowie vor allem mit der Schöpfung und mit der Zukunft der Welt und der Kinder, so Sturm.

  

  

  

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"Fasten bedeutet Loslassen von liebgewordenen Verhaltensweisen", so Bischof Sturm.

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